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Warum unterrichte ich Storytelling?

Manchmal fürchte ich mich vor dem Feuer in mir.

Ich wette, du kennst das Gefühl. Diese Leidenschaft, die sich anfühlt, als ob sie gleich Deinen Bauch oder Dein Herz zerfetzt, wenn Du nicht endlich mit dem Schreiben beginnst. In Dir erblüht die Idee für eine Story und drängt darauf, das Licht der Welt zu erblicken. Du ahnst, dass es eine gute Story wird – wenn es Dir gelingt, einzufangen, was sie besonders macht.

Auf diesem Weg zu Deiner vollkommenen Story begegnest Du Hindernissen. Der Funke, der Dich antreibt, ist nur ein kleiner Impuls. Ohne die handwerklichen Skills zur Charaktererschaffung, zum Plotten, zur Dialoggestaltung oder allgemein im Umgang mit Sprache wird man an vielen Stellen hängen bleiben, anstatt auf den Wellen der Inspiration gen Milchstraße zu segeln. Und auf einmal kommt es Dir vor, als sei die Muse weit fort und das Feuer der Inspiration habe Dich verlassen …

Dabei ist dieses Feuer so etwas Schönes!

In meinem Leben habe ich schon die verrücktesten Dinge angestellt, um das Feuer der Inspiration in mir zu wecken. Nacktbaden im Februar und Abenteuerurlaub in der Postapokalypse gehört noch zu den harmloseren Dingen.

Liebst und fürchtest Du auch diesen Moment, in dem Du vor der Schönheit der Welt auf die Knie fallen und sie anbeten willst – in vollem Wissen, dass es Dir niemals gelingen wird, als Künstler*in auch nur ansatzweise einzufangen, wie vielschichtig und aufregend und poetisch-grausam sie tatsächlich ist?

Storytelling kann man lernen!

Als ich siebzehn war, erlebte ich den ersten heftigen Liebeskummer meines Lebens. Es war so schlimm, dass ich – wie vermutlich viele Teenager – darüber nachdachte, mein Leben zu beenden, um es meiner so schmerzlich vermissten großen Liebe so richtig zu zeigen.

Oder weil das Leben ohne ihn keinen Sinn mehr zu machen schien.

In diesem Sommer saß ich am Fluss, starrte in das Wasser und dachte darüber nach, was für einen Grund es gäbe, um weiterzuleben. So wirklich fiel mir nichts ein. Außer vielleicht ein oder zwei Geschichten, die ich noch erzählen wollte …

Hin- und hergerissen zwischen Liebe und Tod, den zwei existenziellsten Größen im menschlichen Leben, fühlte ich zum ersten Mal, was für eine Magie im Geschichtenerzählen liegt. Natürlich spielte auch ein Hauch von Drama und Pathos in meine Entscheidung für das Leben mit rein, aber die Hormone haben mich selten so grausam gequält wie an diesem Tag. Und die hinabsinkende Sonne warf ein warmes, etwas unwirkliches Licht über den Fluss und verwandelte jeden Grashalm in Schatten und Schönheit …

Der Moment verlangte nach der Wahrheit über das Leben und dem Absoluten. Und für eine Sekunde begriff ich glasklar, dass ich diese Wahrheit und das Absolute nur finden würde, wenn ich mich als Geschichtenerzählerin versuchte.

Um an dieser Stelle zu spoilern: Bisher habe ich keine dieser ein oder zwei Geschichten geschrieben, die meinem Leben einen Sinn geben sollten. Nur eine Reihe von Kurzgeschichten, Kolumnen und Slamtexten; Romane unter geschlossenem Pseudonym; gefeierte Trashnovellen für die Endzeit-Larp-Community sowie literarische und fantastische Storys,die es nicht in die Traumverlage schafften und unveröffentlicht blieben.

Aber nach bald zwanzig Jahren als Geschichtenerzählerin habe ich zumindest gelernt, wie es funktioniert.

Und ich weiß, wie man anderen den Weg zu ihrer Geschichte zeigt.

Lehrerin zu sein bedeutet, anderen den Weg zu zeigen, den man selbst noch sucht

Ich liebe das Feuer der Inspiration. Ich liebe es, wenn die Quelle in Deinem oder meinem Unterbewussten sich nach einem harten Kampf öffnet und Dinge heraussprudeln, die am Anfang noch unkontrolliert ans Tageslicht drängen. Der Moment, in dem aus Worten etwas Größeres wird, ist unbeschreiblich.

Für mich gehört es zum Menschsein, dass man Momente des Glücks, der Schönheit und der Freude mit anderen Menschen teilen sollte. Wenn es Menschen sind, die erkennen, was passiert, und Deine Freude mitfühlen, heilt und wärmt das etwas in allen Beteiligten.

Es gibte viele Chancen auf dieser Welt, die Dir und anderen Menschen Türen zum Wachstum öffnen. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass Du herausfindest, welche davon Du für Deinen Weg tatsächlich brauchst und bei welchen Du nur den Träumen von anderen folgst.

Meine besondere Gabe ist es, in Dir die Storys zu erwecken, die Du wirklich erzählen willst. Es spielt keine Rolle, ob du Anfänger*in bist und vor zwanzig Jahren das letzte Mal einen Stift in der Hand gehalten hast – oder ob Du bereits Bestseller hattest und vom Schreiben leben kannst.

Das, was Du brauchst, trägst Du bereits in Dir. Meine Gabe und mein Privileg ist, dass ich den Weg dahin kenne und Dir die Tür dahin öffne – wenn Du bereit bist, mir Dein Vertrauen zu schenken und den ersten Schritt auf Deiner Reise zu wagen.

Was Dich auf dieser Reise erwartet?

Schau Dich in meinem Blog um und erfahre mehr darüber, wie ich Schreiben und Storytelling lehre!

Oder wähle direkt aus meinem Workshop-Angebot das für Dich passende Modul!

Solange Du davon träumst, Deine vollkommene Geschichte zu schreiben, bist Du jederzeit herzlich willkommen. Ich freue mich auf Dich!

Der Fluss in meiner Heimatstadt war bescheidener als dieser hier – aber fließendes Wasser gehört neben Feuer zu den schönsten Metaphern für Inspiration und nebenbei auch das Leben eines Menschen …

Melde Dich gleich heute für den Workshop Deiner Wahl an – oder nutze mein exklusives Coaching-Angebot für Deinen Roman!

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Titelbild auf Grundlage von Photo by JeremyThomas on Unsplash
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StoryIT – Die passende Plotsoftware für Deinen Roman?

Ein Interview mit Chris Wagner

Der Autor und Software-Entwickler Chris hat ein Tool entwickelt, mit dem sich der komplexe Prozess der Storyentwicklung übersichtlicher gestalten lässt. Ursprünglich war StoryIt vor allem für den Eigengebrauch gedacht – doch irgendwann entstand die Idee, es über eine Crowdfunding-Kampagne auch weiteren Autor*innen zur Verfügung zu stellen.

Inzwischen hat die Software die Betatester-Phase durchlaufen und ist für jeden erhältlich. Im Interview erzählt Chris mehr über die Hintergründe des Projektes und vor allem die praktischen Anwendungsmöglichkeiten von StoryIT. Auch, wenn ich chronische Papier- und Karteikartenplotterin bin, finde ich das Projekt hochinteressant und freue mich, euch allen heute mehr darüber erzählen zu können.

Hier also das Interview!

Hi Chris! Ich freue mich, dass Du mir heute etwas über Deine Schreibsoftware “StoryIt” erzählst. Zunächst mal: Was ist StoryIt überhaupt?

Hallo Hanna, grüß Dich. Schön, dass wir dieses Interview machen können.

Ja. StoryIt. Das ist zuallererst einmal der Name einer neuen Online-Plattform, die ich auf die Beine gestellt habe. “Story it!” Der Name ist die Aufforderung, ES – den Einfall, der Dir durch den Kopf schwirrt – zu einer Geschichte zu machen. Und zwar zu Deiner ganz persönlichen, individuellen Geschichte. Daher auch das Motto: “Story it!” – Mach‘s zu deiner Geschichte.

StoryIt ist eine Anwendung, die im Browser bedient wird. Jeder Benutzer erhält einen eigenen Zugang. Er meldet sich an und hat dann die Möglichkeit seine Projekte – sogenannte Stories – anzulegen und zu bearbeiten.

In StoryIt dreht sich alles um Ideen. Und um Szenen. Und selbstverständlich kennt StoryIt auch noch viele andere Elemente, die aus der Geschichtenentwicklung vertraut sind, wie Figuren, Schauplätze, Schlüsselmomente und so weiter.

Das Plotting-Tool erleichtert die Organisation, unterstützt beim Finden der richtigen Informationen und hilft beim Zusammenfügen der Elemente, wie bei einem großen Puzzle, zu einer fertigen Geschichte.

Ein erster Blick ins Programm: Eine Story, die nach dem Drei-Akt-Modell geplottet wird.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, diese Software zu entwickeln?

Ich bekam es einfach nicht hin, mein komplexes Projekt mit Handlungssträngen in unterschiedlichen Realzeiten, Zeitsprüngen und Rückblenden übersichtlich abzubilden.

StoryIt entstand aus der simplen Notwendigkeit heraus, eine für mich passende Plotting-Software zu finden.

Ein neues Buchprojekt stand an. Eine komplexere Sache. Und wie bei jedem Buch bisher, ging ich auch diesmal zuallererst wieder auf die Suche nach der optimalen Organisationsmöglichkeit für meine Daten. Ich sammelte Einfälle in Googles Notizen-App, richtete mir in OneNote ein neues Notizbuch für das Buchprojekt her, mit eigenen Abschnitten für Figuren und für das Plotting, und begann in Word mit der Arbeit an der Plot-Struktur. Ich muss dazusagen, dass ich auch gerne unterwegs mal an meinem Plot arbeite – die besten Ideen überfallen mich völlig unerwartet.

Und wie jedes Mal, verwunden sich auch diesmal die Handlungsstränge zu einer undurchsichtigen Masse und ich tat mich schwer, die Plot-Struktur – meinen roten Faden– im Blick zu behalten. Und je mehr Informationen in das Buchprojekt flossen, desto unübersichtlicher wurde es.

Chris arbeitet, wie viele Autor*innen heutzutage, gern an Laptop und Handy. Ihm ist wichtig, dass sich seine Software unkompliziert auch von mehreren Geräten aus nutzen lässt.

Irgendwann kam der Zeitpunkt, da versuchte ich, den Überblick wiederzugewinnen, indem ich meine Szenen in den neuen Zeitstrahl der herausragenden Schreibsoftware Papyrus Autor packte. Ich machte mir da echt viel Arbeit und dieser Zeitstrahl ist wirklich toll. Doch das Vorhaben scheiterte. Ich kann nicht genau sagen, warum. Ich bekam es einfach nicht hin, mein komplexes Projekt mit Handlungssträngen in unterschiedlichen Realzeiten, Zeitsprüngen und Rückblenden übersichtlich in diesem Tool abzubilden. Zudem kamen noch OneNote und Word dazu, das ich auf aktuellem Stand halten musste.

Der Betrieb und die Weiterentwicklung finanzieren sich über die freiwillige Unterstützung auf der Crowdfunding-Plattform Steady. Jeder Unterstützer bekommt einen eigenen StoryIt-Zugang und kann fortan mit der Software arbeiten.

Ich muss dazusagen, dass ich mich schon eine ganze Weile mit dem Thema „Plotting“ beschäftigte und mir bereits etliche Plotting-Tools angesehen habe. Aber keine davon passte wirklich auf meine Arbeitsweise, was natürlich auch an meiner Herangehensweise liegen kann. Eine Extrahürde stellt meine mobile Arbeitsmethode aufTablet und Smartphone dar.

An dieser Stelle trafen zwei Dinge aufeinander: Ich bin freiberuflicher Autor, aber ich binauch hauptberuflicher Softwareentwickler. Da war es für mich naheliegend, die Zügel in die Hand zu nehmen und eine Software zu entwickeln – zunächst nur zum Eigengebrauch – um die weitere Planung meines Buchprojektes in geordnete Bahnen zu lenken.

In kürzester Zeit gab es eine erste Version von StoryIt, recht einfach gehalten aber optimal auf meine Arbeitsweise abgestimmt.

Es gibt ja bereits einige Programme für Autor*innen. Warum sollte ich als Schreibende mich gerade für “StoryIt” entscheiden?

Also erst einmal, was ganz wichtig ist: StoryIt ist keine Schreibsoftware! Das darf man nicht verwechseln.StoryIt ist die Idee, das professionelle Plotting in den Mittelpunkt zu rücken in Verbindung mit meinem Vorschlag: „Schau, so könnten wir‘s machen.“

StoryIt unterstützt bei Plotting und Planung. Außerdem enthält die Plattform ein Werkzeug zum „Übersetzen“ der abgeschlossenen Ausarbeitung – Szene für Szene – in ein Exposé.

Wenn die Arbeit am Manuskript beginnt, ist man mit StoryIt fertig.

Und das Zweite ist: Im Gespräch mit Autorenkollegen und -kolleginnen habe ich festgestellt, dass meine Herangehensweise – dieses teilweise chaotische Zusammentragen von Informationen, die erst während des Plottings zu einem sinnvollen Guss zusammenwachsen – gar nicht so selten praktiziert wird. Wer sich hier wiedererkennt, könnte an StoryIt gefallen finden.

Hast du das Projekt hauptberuflich entwickelt? Oder wie funktioniert die Finanzierung?

StoryIt finanziert sich über Crowdfunding. Dafür habe ich das Projekt auf der Crowdfunding-Plattform Steady angemeldet. Diesen Weg fand ich deshalb so spannend, weil ich nicht das Gefühl hatte, ein Produkt verkaufen zu wollen. Stattdessen kam es mirso vor, meine Idee vom Geschichtenentwickeln, für alle zugänglich machen zu wollen. StoryIt für alle.

Der Betrieb und die Weiterentwicklung finanzieren sich über die freiwillige Unterstützung auf der Crowdfunding-Plattform Steady. Jeder Unterstützer bekommt einen eigenen StoryIt-Zugang und kann fortan mit der Software arbeiten.

StoryIt ist die Idee, das professionelle Plotting in den Mittelpunkt zu rücken in Verbindung mit meinem Vorschlag: „Schau, so könnten wir‘s machen.“ Niemand soll sich für StoryIt entscheiden. Man muss sich nicht festlegen. Es steht jedem frei, es einfach auszuprobieren. Der Zugang zur Plattform ist für 30 Tage gratis zu haben. Und wenn man sich damit wohlfühlt, bleibt man bei der Gemeinschaft, unterstützt das Projekt und kann das Online-Werkzeug weiterhin nutzen.

Jeder kann selbst entscheiden, wie ausführlich er seine Szenen im Vorfeld durchstrukturiert.

Ich schreibe gern: StoryIt ist von Autoren für Autoren. Und das meine ich auch so. Es ist mir sehr wichtig, dass sich die StoryIt-Community auf der Plattform wohlfühlt und alle Werkzeuge zur Verfügung hat, die sie braucht, um Geschichten zu entwickeln. Für Verbesserungsvorschläge bin ich offen. So wurde beispielsweise die Autosave-Funktion von einem freundlichen Autorenkollegen gewünscht. Und auch das Storygitter ist die Erweiterung des Vorschlags einer kompetenten Kollegin, der an mich herangetragen wurde.

Und wer auf der Steady-Seite den Punkt „Blick in die Zukunft“ betrachtet, wird sehen, dass schon einige nützliche Dinge auf der Warteliste stehen – Vorschläge von Autoren für Autoren.

Du bist auch als Autor aktiv. Wie fließen Deine Erfahrungen mit dem Schreiben in das Programm ein?

Das kann ich Dir sagen. Da ich StoryIt erst einmal für mich selbst programmiert habe, spiegelt der Grundaufbau das wieder, was ich unter Plotting verstehe: Geschichten gliedern sich in Szenen und diese werden Plotpunkten untergeordnet, die einer vorgegebenen Struktur folgen. Das Ganze ist recht flexibel gestaltet, sodass jede Autorin und jeder Autor die Möglichkeit hat, Plot-Strukturen wie die „Heldenreise“ an dieBedürfnisse seiner Geschichte anzupassen und die Eigenkreationen auch in künftigen Stories wiederzuverwenden.

Meine Erfahrung als Schriftsteller hat mich gelehrt, dass Programme, die zu viele Eingaben von Autor*innen abverlangen, der Kreativität den Garaus machen können.

Aber auch Bedarfe, wie die Notwendigkeit, mit zwei Zeitebenen umgehen zu können – der chronologischen Reihenfolge sowie mit dem Ablauf, wie ihn der Leser erlebt – entstammen aus meiner persönlichen Erfahrung als Autor.

Der multiple Zeitstrahl erlaubt es, verschiedene Zeitebenen und Handlungsstränge übersichtlich miteinander zu verweben.

Was für mich praktisch war, findet sich heute in StoryIt wieder.

Meine Erfahrung als Schriftsteller hat mich auch gelehrt, dass Programme, die zu viele Eingaben von Autor*innen abverlangen, der Kreativität den Garaus machen können. Darum ist bei StoryIt das meiste optional und Felder, die beispielsweise Personen oder Orte beschreiben, können von ihren Anwender*innen jederzeit frei angepasst werden.

Wie hilft die Autorensoftware “StoryIt” mit dabei, aus meiner Idee eine Geschichte zu machen?

Beim Entwickeln der Software ging es mir darum, Einfälle, die mir wie vom Blitz getroffen unerwartet durch den Kopf schießen, schnell und unkompliziert so ablegen zu können, dass sie zum richtigen Zeitpunkt sofort wiedergefunden werden.

Ideen können einen an den unmöglichsten Orten erwischen …

Ideen sind die Straße, auf denen Geschichten fahren. Ohne Einfälle kommen die Erzählungen ins Stocken. Darum sind Ideen ein elementarer Bestandteil von StoryIt. Beim Entwickeln der Software ging es mir darum, Einfälle, die mir wie vom Blitz getroffen unerwartet durch den Kopf schießen, schnell und unkompliziert so ablegen zu können, dass sie zum richtigen Zeitpunkt sofort wiedergefunden werden. Deshalb ist dieSchaltfläche NEUE IDEE so gut wie an jeder Stelle der Software nur einen Klick entfernt.

Ideen können Plotpunkten, Figuren, Schauplätzen und Szenen zugeordnet werden. Sobald die Arbeit am jeweiligen Element in Angriff genommen wird, machen sich die Ideen ganz von selbst bemerkbar, nach dem Motto: „Hey. Schau mal. Musst Du Dich nicht noch um mich kümmern?“

Und weil sich nach und nach so viele Ideen in einer Story sammeln, können diese zu einer Ideenspinne – das ist eine Art Netzwerk – zusammengeführt werden. Das macht Zusammenhänge deutlich und regt die Fantasie an, wie ich finde.

Ideen lassen sich jederzeit unkompliziert ergänzen und später weiterverfolgen.

Eine wichtige Herausforderung beim Schreiben liegt darin, spannende und lebendige Charaktere zu erschaffen. Wie unterstützt mich die Software dabei?

Beim Erfassen der Figuren bietet StoryIt Autor*innen die Möglichkeit, sich Gedanken über Dinge wie Want, Need, das Hauptziel oder das Lebensmotto zu machen. Auch hier ist der StoryIt-Anwender flexibel und kann die Vorgaben frei an die für ihn wichtigen Erfordernisse anpassen.

Im sogenannten Storyblatt findet sich die Aufforderung an die Schriftsteller*in, sich Gedanken zu machen, wie sich der Verlauf der Geschichte aus Sicht der Hauptfiguren darstellt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Wechseln der Perspektive oftmals Augen öffnet und Ideen ausmacht, die auf geradem Wege nicht hervorgetreten wären.

In naher Zukunft wird StoryIt um die Möglichkeit erweitert, Beziehungen zwischen den Figuren darzustellen. Auch das ist ein Wunsch aus der Community.

Eine Besonderheit, wie das Plotting-Tool mit den Figuren umgeht, möchte ich noch hervorheben:

Figuren können Eigenschaften haben, die sich im chronologischen Verlauf der Geschichte verändern und deren Veränderung für die Story wichtig ist. Nehmen wir einmal an, ein Räuber ist im Besitz einer Schusswaffe. Doch die fällt in einer Flussszene ins Wasser und ist fortan nicht mehr schussbereit.

StoryIt greift auf, wenn sich Figuren oder Gegenstände ändern.

StoryIt ist in der Lage, mit solchen Eigenschaften umzugehen. So zeigt die Anwendung die Schusswaffe vor der Szene am Fluss als funktionstüchtig an, danach als defekt, wenn man die Figur des Räubers betrachtet. Das funktioniert auch in einem Rückblick. Dasselbe gilt übrigens für Schauplätze und deren Eigenschaften – Fenster offen, Fenster zu.

In naher Zukunft wird StoryIt um die Möglichkeit erweitert, Beziehungen zwischen den Figuren darzustellen. Auch das ist ein Wunsch aus der Community. Ich stelle mir vor, eine Art Netzwerk zu visualisieren, das Charaktere in den Mittelpunkt rückt, mit der Information, welche Charaktereigenschaften durch die Beziehungen hervorgebracht werden. Ich denke, so ein Vorgehen unterstützt bei der Entwicklung multidimensionaler Figuren.

Kann ein Computerprogramm mir helfen, einen spannenden Plot zu entwickeln? Wenn ja, wie?

Auch über den Handyscreen lassen sich szenische Zusammenhänge problemlos darstellen.

Ein wesentliches Merkmal von StoryIt sind die Plot-Strukturen. Viele bekannte Strukturen wie die Heldenreise oder das 3-Akte-Modell sind auswählbar. Außerdem können auf den Wunsch der Community hin jederzeit weitere Strukturen hinzugefügt werden.

Ein anderes spannungserzeugendes Element, mit dem ich gerne arbeite, ist der sogenannte Schlüsselmoment. Hier geht es um Ereignisse, die vorbereitet und später ausgeführt werden. Es geht um Andeutungen, die im Verlauf der Geschichte ihre Erklärung finden. Und es geht um Überraschungsmomente, die geschickt eingeführt werden.

Viele bekannte Strukturen wie die Heldenreise oder das 3-Akte-Modell sind auswählbar.

StoryIt kennt den Schlüsselmoment als eigenständigen Baustein, der mit einer Szene verbunden werden kann. Auf diese Art und Weise erhält man den Überblick über noch nicht aufgelöste Geschehnisse und über offene spannungstreibende Ereignisse, die jederzeit eingesetzt werden können.

Wenn die Vorarbeiten abgeschlossen sind, beginnt der eigentliche Schreibprozess. Wie nutze ich StoryIt, um einen Anfang für meinen Roman zu finden? Wie funktioniert das Schreiben?

Alle Informationen aus dem Plotting-Tool können als Word-Datei heruntergeladen werden.

Für das Schreiben gibt es hervorragende Programme. Und der Eine oder Andere verwendet dafür vielleicht sogar den guten alten Füller.

An dieser Stelle grenzt sich StoryIt ganz klar von der klassischen Schreibsoftware ab. Ist die Planung beendet, dann spielt StoryIt keine Rolle mehr. Mit der Textüberarbeitung hat StoryIt ebenfalls nichts zu tun.

Einer der schönsten Momente im Autorenleben: Der Plot steht und die eigentliche Geschichte kann beginnen.

Kann ich das Programm auch für mein Exposé nutzen?

Es gibt einen Menüpunkt mit dem Titel Szenen2Exposé. Und auch diesen habe ich wieder zu allererst für mich entwickelt.

Hier geht es schlicht darum, Szene für Szene durchzublättern und kurze Kommentare zu schreiben. Das Resultat kann als Word-Datei heruntergeladen werden und dient als Richtschnur hin zum Exposé.

Das klingt wirklich spannend. Vielleicht sollte ich meine Karteikärtchen beim Plotten doch mal ad acta legen und der virtuellen Welt eine Chance geben. Wo kann ich StoryIt denn finden und herunterladen?

StoryIt kann man nicht herunterladen. StoryIt ist eine Online-Plattform – eine Internetseite sozusagen.

Der Betrieb und die Weiterentwicklung finanzieren sich über die freiwillige Unterstützung auf der Crowdfunding-Plattform Steady. Jeder Unterstützer bekommt einen eigenen StoryIt-Zugang und kann fortan mit der Software arbeiten.

Wenn man das Tool nutzen möchte, genügt es, ein Unterstützer-Paket auf der Plattform Steady zu buchen. https://steadyhq.com/de/storyit (https://steadyhq.com/de/storyit Ich lege für jeden Unterstützer den persönlichen Arbeitsbereich an und lasse ihm die Zugangsdaten per automatisierter E-Mail zukommen. Übrigens: Man muss auch nicht die Katze im Sack kaufen. Die ersten 30 Tage sind gratis.

Lieber Chris, ich freue mich gerade riesig, dass Du als einer von uns – also einer von denen, die das Schreiben lieben und anderen neue Türen dafür öffnen wollen – Dir all die Arbeit gemacht hast und uns so ein cooles neues Projekt zur Verfügung stellst!

Liebe Hanna, ich freue mich, dass dir das Konzept gefällt.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg – und viele begeisterte Software-Nutzer*innen und Supporter!

Bildnachweis: ________________
Bilder aus dem Programm: Chris Wagner
Glühbirnen: Photo by Alejandro Escamilla on Unsplash
Laptop und Handy: Photo by Alejandro Escamilla on Unsplash
Pistole: Photo by Jens Lelie on Unsplash
Schreibender Mann: Photo by Adolfo Félix on Unsplash

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Gute Vorsätze – Schreibe das Buch, von dem Du schon immer träumst!

FINALES TÜRCHEN DES INSPIRATIONSKALENDERS – UND ANFANG EINES JAHRS VOLLER INSPIRATION!

Als Julia heute erwacht, ist es schon nachmittags. Sie ist froh, dass sie nachgegeben hat, als ihre Freundin noch mit ihr um die Häuser ziehen wollte. Der Geruch von Feuerwerkskörpern hängt immer noch in ihren Haaren, wie ein Versprechen auf einJahr voller Funken und Magie, voller Lichtblitze und Sterne, die bis in denHimmel fliegen.

Sie steht auf und duscht erst mal in Ruhe, bevor sie ins Wohnzimmer geht. Vor dem Kalender zögert sie einen Moment. Dieses Türchen ist das letzte. Wenn sie es geöffnet hat, wird die Muse wieder fortfliegen – oder ihr nur noch in unsichtbarer Gestalt über die Schulter sehen.

Aber was nützt es, den Moment hinauszuzögern?

Julia blickt auf das Bild. “Was für ein herrlicher Tag für die erste Seite des Buches, das du immer schreiben wolltest!”

Noch während sie das liest, verblasst der Kalender an der Wand allmählich. Sie hört noch einmal das silbrige Klingeln, das nicht ganz von dieser Welt zu sein scheint, dann sieht sie nur noch die leere Wand und den eingeschlagenen Nagel vor sich. Die Wand ist weiß wie die unbeschriebene erste Seite der dritten oder vierten Version eines Manuskripts.

Julia holt tief Luft. Alles klar. Jetzt liegt es also an ihr.

Sie lächelt.

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Verpflichtender Schreibauftrag für Julia (und Dich):

Fang an. Egal, was es ist. Hauptsache, es ist Deine Geschichte. Schreibe und setze die Welt mit Deinen Worten in Brand!

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Wird 2019 das Jahr Deines ersten Meisterwerks?

31. INSPIRATIONSTÜRCHEN

Sylvester ist auf seine Art ein genauso schwieriges Fest wie Weihnachten. Einerseits ist es toll, unter Leute zu gehen, zu feiern, sich zu betrinken und zuzusehen, wie die Raketen in den Himmel aufsteigen. Andererseits erinnert sich Julia noch genau daran, was für einen Druck es als Teenager bedeutet hat, wenn man nicht zu der angesagten Sylvesterparty eingeladen wurde. Oder die Jahre, in denen keine ihrer Freundinnen Zeit hatte, weil sie alle vergeben waren und sie sich so überflüssig wie nie zuvor in ihrem Leben fühlte.

Dieses Jahr hat Julias beste Freundin zu einer reinen Mädchenparty eingeladen. Männer dürfennicht mitgebracht werden. Julia hat sich darüber sehr gefreut, bedeutet es doch, dass sie sich nicht überflüssig fühlen wird. Sie wollen sich schon am späten Nachmittag treffen, um sich gemeinsam Finger- und Fußnägel zu lackieren, Sekt zu trinken und große Pläne für das kommende Jahr zu schmieden.

Bevor sie losgeht, öffnet Julia das vorletzte Türchen ihres Inspirationskalenders. Sie hat das Gefühl, dass sie im kommenden Jahr viel lernen und ganz neue Türen für ihr Schreiben öffnen wird. Vielleicht lernt sie auch Kolleg*innen kennen, die ihre Leidenschaft für das Schreiben guter Bücher teilen. Wenn ihr neues Buch gut genug wird, schafft sie vielleicht sogar den Weg in einen Großverlag.

“Bist du bereit für ein Jahr voller Magie?”

Julia nickt. O ja, das ist sie.

“Wovon willst Du schreiben?”, flüstert die körperlose Stimme ihr ins Ohr. Julia bildet sich ein, eine zarte Hand zu spüren, die zwischen ihren Schulterblättern über ihre Haut streichelt. Sofort bildet sich Gänsehaut. Ein Gefühl brutaler, sinnlicher Erregung zuckt durch ihren Körper und setzt ihr Blut in Brand.

Julia fühlt sich nicht in der Lage, in diesem Zustand zu ihren Freundinnen zu fahren. Sie setzt sich noch einmal hin und schreibt all die guten Dinge auf, die sie im kommenden Jahr tun und erreichen will: Mehr über das Plotten lernen, Sprache spannender machen, tiefe und wahre Geschichten schreiben, glücklich sein.

Viel zu bescheiden, wird ihr klar.

Sie schlägt eine neue Seite auf und schreibt mit großen, selbstsicheren und etwas verrutschten Buchstaben: “2019 SCHREIBE ICH MEIN ERSTES MEISTERWERK.”

Und dann macht sie sich auf den Weg zu ihren Freundinnen.

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Freiwilliger Schreibauftrag für Julia (und Dich):

Nimm Dir an diesem Nachmittag noch einmal fünf Minuten und stelle einen Timer. Der Schreibauftrag lautet: “Was ist der besondere Zauber der Geschichte, die Du schreiben wirst?”

Schreibe das Ergebnis Deiner fünf Minuten gern in die Kommentare und teile es mit uns!

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Sei dabei, wenn Julia morgen das letzte Türchen in ihrem Inspirationskalender öffnet!

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Meme-Photo by Warren Wong on Unsplash

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Das Gefühl, wenn etwas Neues beginnt

30. INSPIRATIONSTÜRCHEN

“Spürst Du den Wind auf Deiner Haut?”

Draußen ist herrliches Wetter. Die Sonne scheint und der Himmel blitzt zwischen einigenWolken hervor. Julia entscheidet sich, die freie Zeit für einen Spaziergang an der frischen Luft zu nutzen. Manchmal braucht man kühlen und klaren Winterwind, um sich die alten Gedanken und Gefühle aus dem Kopf pusten zu lassen und Raum für etwas Neues zu schaffen.

Julia zieht ihre bequemen Stiefel an, die Matsch oder Schnee vertragen, und fährt an den Fluss. Sie liebt es, am Wasser entlangzugehen und die Stadt immer weiter hinter sich zu lassen. Irgendwann hören die Häuser auf. Dann bleiben nur noch Sträucher und Büsche, die die tröstliche Eintönigkeit der Überlaufwiesen auflockern. Steinhaufen am Rand des flachen Wassers erinnern daran, dass der Fluss zu anderen Jahreszeiten schneller und leidenschaftlicher strömt und sich nicht an die vorgegebenen Begrenzungen hält. Heute fühlt Julia, wir ihr Geist zwischen Wasser und tiefhängendem Himmel allmählich immer klarer wird.

Als sie wieder zu Hause ankommt, sind Julias Fingerspitzen eiskalt. Sie gönnt sich eine lange Dusche, um warm zu werden, und genießt ein wenig von dem teuren neuen Duschgel, das sie zu Weihnachten bekam. Dann setzt sie sich an ihren Schreibtisch  und schreibt eine Szene, die vielleicht das passende Ende für ihren neuen Roman werden könnte. Um zu wissen, wohin die Reise geht, braucht man schließlich Ziele – auch, wenn man noch ganz am Anfang steht.

Die Szene gelingt. Als sich Julia irgendwann mit schmerzenden Fingern aufrichtet und die Schultern kreisen lässt, sind zwölf neue Seiten entstanden. Für heute ist das genug, entscheidet sie.

Fast ist sie ein wenig enttäuscht, dass sie heute keinen magischen Besuch bekam. Oder war die Muse da und Julia hat es bloß nicht bemerkt?

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Freiwilliger Schreibauftrag für Julia (und Dich):

Stelle einen Timer auf fünf Minuten. Schließe die Augen und stelle Dir vor, wie der Wind Deine Haut berührt und Dir von fremden Ländern und Welten erzählt. In Deinem Geistbilden sich Worte.

Öffne die Augen und schreibe auf, was der Wind Dir erzählen will, wenn Du auf ihn hörst!

Schreibe das Ergebnis Deiner fünf Minuten gern in die Kommentare und teile es mit uns!

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Sei dabei, wenn Julia morgen das nächste Türchen in ihrem Inspirationskalender öffnet!

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Vertraue auf Dein Talent!

29. INSPIRATIONSTÜRCHEN

Als Julia heute aufwacht, kann sie es kaum erwarten, mit dem Schreiben zu beginnen. Sie eilt zu ihrem Schreibtisch und kommt erst um halb zwölf auf die Idee, sich einen Kaffee zu machen. Um zwei Uhr ist ihr Manuskript um 21 Seiten gewachsen, das ist unglaublich, sie kann sich selbst nicht erklären, wie sie das geschafft hat.

“Wirklich nicht?”, flüstert ihr eine körperlose Stimme zu.

Julia grinst, ohne sich umzudrehen. “Ich liebe dich auch, mein Schatz”, sagt sie.

Die unsichtbare Lady, die ihr über die Schulter sieht, lacht vergnügt auf. “Mach mich stolz!”

Julia nickt und holt tief Luft, um sich auf das nächste Kapitel zu stürzen.

“Sch, sch,sch”, hört sie hinter sich. “Du bist sterblich, meine Geliebte. Achte auf deinen Körper und ruh dich aus!”

“Okay …”

Julia geht in die Küche und schneidet die letzten Stücke vom Stollen ab, den ihre Mutter ihr mitgegeben hat. Sie schmiert Butter und Pflaumenmus darauf und kocht sich einen neuen Kaffee. Erst, als ihr für einen Moment schwarz vor Augen wird und sie mit dem Hintern gegen den Küchentisch knallt, merkt sie, dass sie tatsächlich eine Pause braucht.

Nach zwanzigminütiger Unterbrechung kribbeln Julias Hände. Sie kann nicht sagen, ob es vom Koffein kommt oder von der Aufregung, weil sie weiterschreiben will. Was steht heute im Inspirationskalender? Ist heute wieder einer der Tage, an dem sie ausruhen soll, damit neue Ideen in ihr wachsen können?

“Wenn Du die Kontrolle abgibst und vertraust, entsteht Raum für Magie.”

Julia verzieht ihr Gesicht zu einer Grinsegrimasse, die garantiert nicht schön aussieht, aber Spaß macht. Sie dreht sich einmal im Kreis und pustet, als würde sie den Raum auf diese Weise mit der versprochenen Magie füllen. Dannholt sie sich Pulswärmer, damit sie ihre Handgelenke morgen trotz des erwarteten Tippflows noch spüren wird, und setzt sich wieder an ihren Laptop.

“Ich liebe dich”, wispert die körperlose Stimme ihr ins Ohr.

“Ich weiß.”

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Freiwilliger Schreibauftrag für Julia (und Dich):

Stelle einen Timerauf fünf Minuten. Der Schreibauftrag lautet: “Wenn ich zaubern könnte, würde ich als Erstes …”

Schreibe das Ergebnis Deiner fünf Minuten gern in die Kommentare und teile es mit uns!

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Sei dabei, wenn Julia morgen das nächste Türchen in ihrem #Inspirationskalender öffnet!

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Photo by Christopher Burns on Unsplash

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Kreativität: Genießt Du Deinen Schreibflow ausreichend?

28. INSPIRATIONSTÜRCHEN

Die Zeit zwischen den Jahren fühlt sich auf seltsame Weise still an. Es ist der einzige Zeitpunkt im Jahr, in dem wir schon als Kinder zuverlässig in jedem Jahr frei hatten. Auch, wenn die Geschäfte geöffnet haben, spürt man: Jetzt ist Zeit zum Ausruhen. Lass die Magie und Geschichten in dir wachsen. Für Kämpfe, Karriere und Konkurrenz wird im kommenden Jahr wieder genug Zeit sein.

“Vertraue Deiner Kreativität”, sagt der Inspirationskalender.

Julia lächelt. Sie beginnt eine Passage und packt dann spontan ihre Schwimmsachen, um das Gefühl von Schwerelosigkeit zu genießen, das sie im blauen Wasser des Hallenbades jedes Mal verspürt.

Sie schwimmt und schwimmt, bis sie ihren Körper nicht mehr spürt und das Runners High einsetzt. Ideen und Geschichtenfetzen flackern auf und werden vom gleichmäßigen Druck des Wassers auf ihrem Körper davongespült, kehren zurück und werden ein Teil des Gefühls von Leben und Kraft, das sie erfüllt.

Als sie wieder zu Hause ist, kuschelt sie sich auf ihrem Sofa ein und kritzelt in ihrem Skizzenblock herum. Mindmaps, Skizzen vom Aussehen der Figur, ein Raster zur Gegenüberstellung von Protagonistin und Antagonist …

Nichts davon ist etwas Fertiges, was Julis eins zu eins verwenden kann, aber es fühlt sich richtig an, die Story so verspielt zwischen den Fingern hin und her zu drehen.

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Freiwilliger Schreibauftrag für Julia (und Dich):

Stelle einen Timer auf fünf Minuten. Schreibe dann einen Brief an alle kreativen Menschen, in denen Du ihnen Mut für ihr nächstes Projekt oder Buch machst und sie ermutigst, mehr auf sich selbst zu vertrauen!

Schreibe das Ergebnis Deiner fünf Minuten gern in die Kommentare und teile es mit uns.

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Sei dabei, wenn Julia morgen das nächste Türchen in ihrem Inspirationskalender öffnet!

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Wahrheit – die größte Herausforderung im Storytelling

27. INSPIRATIONSTÜRCHEN

Die Weihnachtsfeiertage sind überstanden. Wie immer fühlt Julia leises Bedauern, dass die intensiven Begegnungen mit ihrer Familie vorbei sind, und gleichzeitig Erleichterung, weil sie den Frieden in ihren heimischen Wänden genießen kann. Alle Geschenke sind überreicht, niemand war offen enttäuscht und das, was ihr geschenkt wurde, gefällt immerhin halbwegs.

Ihr Urlaub dauert noch bis zum zweiten Januar. Das heißt, von jetzt an hat sie Zeit zum Schreiben. Sie öffnet das nächste Türchen ihres Kalenders:

“Erzähle die Wahrheit über Schatten und Licht.”

Schatten und Licht. Das Gute und das weniger Gute in der Welt. Irgendwie handelt jede Story davon. Bisher hat Julia noch nie versucht, mit ihren Texten nach der Wahrheit über Gut und Böse zu suchen. In ihrer Geschichte wären das Wahrheit und Lüge, wenn sie bei dem Gegensatzpaar bleibt, was ihr vor ein paar Tagen eingefallen ist.

Wie könnte Julia das auf eine Weise in die Geschichte einweben, dass beim Lesen klar wird, dass Wahrheit und Lügevon Zeit zu Zeit gleich stark verlocken und Wahrheit trotzdem der Wert ist, der am Ende gewinnt?

Es klingt nach einer neuen Herausforderung.

“Das schaffst du”, flüstert ihr jemand hauchzart ins Ohr.

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Freiwilliger Schreibauftrag für Julia (und Dich):

Stelle einen Timer auf fünf Minuten. Schließe die Augen und stelle Dir vor, wie Du im Spiegel Deiner eigenen Schattenseite ins Gesicht siehst. Was möchtest Du ihr sagen? Was glaubst Du, was sie Dir verraten könnte?

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Sei dabei, wenn Julia morgen das nächste Türchen in ihrem Inspirationskalender öffnet!

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Inspiration für DEINEN Roman

26. INSPIRATIONSTÜRCHEN

Die Familientradition besagt, dass Julia heute mit ihrer Familie ins Museum geht. Nach dem Schreibflash in der vergangenen Nacht, der sie bis halb vier in der Früh wachhielt, verschläft sie an diesem Tag so sehr, dass sie es vor ihrem Aufbruch kaum noch unter die Dusche schafft. Zum Schreiben bleibt keine Zeit. Wenn Julia gestern nicht so viel geschafft hätte, würde sie ihrer Familie deswegen grollen.

Die ehrfurchtgebietenden Hallen des Museums erfüllen Julia wie bei jedem Besuch mit stiller Freude. Sie kennt die Exponate, genau wie jeder in ihrer Familie bis auf die Kleinsten, aber die Bilder der Dinosaurier wecken das Gefühl der Einheit von Vergangenheit und Zukunft in ihr. Wie jedes Mal findet sie die Sammlung seltener Steine ästhetischer und kunstvoller als die Gemälde an den Wänden und empfindet den hellen Marmor unter ihren Füßen beinah als schöner als die Skulpturen, an denen sie vorbeigehen.

Anschließend essen alle gemeinsam Kuchen, trinken heiße Schokolade und reden ein letztes Mal darüber, wie schön die Feiertage in diesem Jahr waren – und was für aufregende Pläne jeder für das kommende Jahr hat.

Wieder schweigt Julia darüber, dass eine ganz neue Geschichte in ihr erwacht und danach verlangt, erzählt zu werden. Aber als sie abends das nächste Türchen ihres Kalenders öffnet, lächelt sie:

“Spürst Du, wie in Dir neue Inspiration erwacht?”

“Natürlich, meine Süße”, flüstert sie. “Was würde ich nur ohne Dich tun?”

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Freiwilliger Schreibauftrag für Julia (und Dich):

Stelle einen Timer auf fünf Minuten. Schließe die Augen und stelle Dir vor, Du darfst Dich wie ein Samenkorn oder ein Bär tief in der Erde ausruhen und neue Kraft für denFrühling sammeln. Auch heute musst Du nicht schreiben, sondern nur in Dich hineinhorchen.

Wie ging es Dir dabei?

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Sei dabei, wenn Julia morgen das nächste Türchen in ihrem Inspirationskalender öffnet!

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Meditatives Schreiben

25. INSPIRATIONSTÜRCHEN

Julia verbringt den ganzen Tag mit ihrer Familie. Es tut gut, die anderen endlich wiederzusehen und zwischen Spaziergängen und leckerem Essen mit allen zu quatschen und mit den Kindern ihrer Schwester zu spielen. Wenn jemand sie fragt, wie es mit dem Schreiben vorangeht, antwortet sie ausweichend. Der magische Kalender und die neue Geschichte sind ein süßes Geheimnis, das nur ihr und der Muse gehört.

Zwischendurch fragt sie sich sogar, ob sie sich ihre magische Besucherin nicht nur eingebildet hat. In der Wohnung ihrer Eltern, in der all die Erinnerungen an ihre Kindheit hängen, fällt es Julia paradoxerweise besonders schwer, an etwas wie echte Magie und die Besuche einer magischen, unsichtbaren Wesenheit zu glauben.

Schließlich nimmt sie ihre Eltern und ihre Schwester lange und intensiv in den Arm. Am nächsten Tag werden alle gemeinsam ins Museum gehen, wie es eine alte Weihnachtstradition der Familie vorsieht, aber Julia wird diese Nacht wieder in ihren eigenen vier Wänden verbringen.

Zu Hause sieht sie als Erstes in den Inspirationskalender, auch wenn sie sich ein wenig unsicher fühlt. Nach zwei Tagen Familienzeit ist sie eigentlich zu müde, um zu schreiben.

“Tief in Dir ist ein Punkt der Stille, an dem Du Frieden findest.”

Julia nickt und spürt, wie die Erinnerung an die anderen allmählich verblasst. Stattdessen …

Irgendwie möchte siejetzt doch schreiben. Nur ein kleines Bisschen. Sie öffnet ihren Laptop und beginnt. Und irgendwie, vielleicht, weil die Muse ihr über die Schulter schaut und sie segnet, ist es, als hätte sie nie aufgehört. Tiefe Dankbarkeit erfüllt Julia und sie legt kurz die Hände zusammen, um Danke für diesen magischen Moment zu sagen.

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Freiwilliger Schreibauftrag für Julia (und Dich):

Stelle einen Timer auf fünf Minuten. Schließe die Augen und stelle Dir vor, wie die Welt um Dich herum sich schrittweise auflöst. Alles, was bleibt, ist dieser leise Moment der Stille ganz tief in Dir, der niemanden außer Dir etwas angeht. Die Geräusche von draußen werden immer leiser. Manchmal ist es erlaubt, alles loszulassen und einfach nur Frieden und Stille zu genießen.

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Photo by Levi XU on Unsplash