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18. Inspirationstürchen

Am Tag nach der Weihnachtsfeier sind alle auf der Arbeit müde und etwas gereizt. Julia erledigt ihre Aufgaben still und leise und träumt sich aus dem Fenster. Wenn es doch bloß schon Weihnachten wäre! Oder wenn sie an einen Ort reisen könnte, an dem niemand etwas anderes von ihr verlangt, als die Bücher zu schreiben, nach denen sie sich sehnt!

“Was bedeutet Freiheit für Dich?”, fragt die Muse abends über den Inspirationskalender.

“Ich will schreiben”, sagt Julia. “Aber … es soll etwas wirklich Gutes werden. Etwas, was den Leuten unter die Haut geht und ihren Blick darauf verändert, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.”

“Kannst du das?”, scheint eine körperlose Stimme zu wispern.

Julia dreht sich hastig um. Wieder dieses Flimmern! War die Muse die ganze Zeit hier und hat ihr über die Schultern gesehen, während sie um den Kalender geschlichen ist und ihr ganz alltägliches Leben gelebt hat?

“Natürlich kann ich das!”, entgegnet sie mit mehr Selbstsicherheit, als sie fühlt.

“Dann fang an!”

Julia holt ihren Laptop und gehorcht. Sie beginnt ein neues Kapitel in dem chaotischen Dokument, das bisher hauptsächlich aus Leerstellen und “hier passiert dann noch was, was mir bestimmt rechtzeitig einfällt”, besteht.

“Hilf mir”, bittet sie die unsichtbare Wesenheit, die eben noch im Raum war, und tatsächlich fühlt es sich an, als ob ihr jemand warm in den Nacken pustet. DieWorte fließen durch sie hindurch.

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Freiwilliger Schreibauftrag für Julia (und Dich):

Stelle einen Timer auf fünf Minuten. Die Überschrift Deines Textes lautet: “Was Freiheit für mich bedeutet.” Fang an!

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Sei dabei, wennJulia morgen das nächste Türchen in ihrem Inspirationskalender öffnet!

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Photo by Ian Espinosa on Unsplash

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